MiSO e. V.
29 Geschichten über Menschen, die in Hannover heimisch wurden
16.03.2017

29 Menschen, die sich aus anderen Ländern aufgemacht und in Hannover ein neues Zuhause gefunden haben. Viele litten in ihrer Heimat unter Krieg, Gewalt und Unterdrückung oder mussten politische Diktaturen und behördliche Willkür ertragen. Einige andere wurden angetrieben von Neugier und Abenteuerlust.

Da sind zum einen die Porträts (Micha Neugebauer), zum anderen die Texte (Katharina Sieckmann), die 29 Geschichten von Männern und Frauen erzählen, die von den Migrantenselbstorganisationen in Hannover für die Ausstellung ausgewählt wurden. Von ihnen wurden die deutschen Texte in die jeweilige Muttersprache der Protagonisten übersetzt. Allein anhand der unterschiedlichen Schrifttypen bekommt man einen Eindruck davon, mit welch kultureller Vielfalt wir es hier zu tun haben.

29 Lebensläufe, die uns in Zeiten von politischem Rechtsruck, von Ignoranz und Aggressivität im Alltag gegenüber den sogenannten „FREMDEN“ aufhorchen lassen. Sie sollen eine Einladung an alle sein, ihre Komfortzone zu verlassen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und für sich zu relativieren, auf welch hohem Niveau in unserer Gesellschaft oft geklagt wird.

Es sind 29 Menschen, an denen sich jeder und jede ein Beispiel nehmen kann, weil sie mit Anstand und Würde dabei sind, sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten an die deutsche Gesellschaft zu verschenken. Sie alle suchen einen Ort, an dem sie wirken können. Sie ziehen Kinder groß, pflegen alte und kranke Menschen, engagieren sich in Kirchengemeinden oder sorgen in den zahlreichen Migrantenselbstorganisationen für kulturelle und sprachliche Bildung und helfen Neuankömmlingen bei den organisatorischen Hürden des Ankommens. Sie sorgen tagtäglich für Verständigung und Integration und machen unser Leben hier in Hannover reicher und bunter.

Das MiSO-Netzwerk Hannover e.V. bedankt sich bei allen Beteiligten!

Geplante Termine und Orte der Ausstellung "Neue Wurzeln" im Jahr 2017:

4. – 25. April: Kulturzentrum Pavillon

4. – 31.Mai: Freizeitheim Vahrenwald

4. – 21. Juni: Kunsthalle FAUST

4. – 16. Juli: Neues Rathaus

Der Katalog zur Ausstellung (158 Seiten, Farbdruck) ist gegen eine Schutzgebühr von 10€ bei MiSO und auch an den Ausstellungsorten erhältlich. Impressionen von der Vernissage am 4. April im Pavillon sind auf dieser Website unter Fotogalerie zu finden.

Infoveranstaltung: Einblicke und Antworten zum Familiennachzug
28.05.2018
Vielen Geflüchteten wird das Recht auf ein Zusammenleben mit Familienangehörigen verweigert. Unter dem Motto „Familie Willkommen“ wurde darüber im Kulturzentrum Faust diskutiert.

„Willkommenskultur geht nicht ohne Familiennachzug“, sagt Lipi Mahjabin Ahmed in ihren Begrüßungsworten. Die von ihr geleitete Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK e.V.) hatte am 23. Mai 2018 in die Faust-Warenannahme geladen. Zusammen mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und dem Kulturzentrum Faust. „Wir wollen einen Einblick geben in die Lebenswirklichkeit der betroffenen Geflüchteten“, heißt es in der Einladung zur Veranstaltung, „und stellen Geschichten vor von Menschen, die ihre Familie wiedergefunden haben – oder auch nicht“.

„Hoffnung wechselt sich ab mit Zweifeln“ - so Tagebuchnotizen eines syrischen Flüchtlings, die zu Beginn der Veranstaltung verlesen werden. Ergreifende Einzelschicksale voller Zerrissenheit und Not: „Wenn ich nach Afghanistan zurückkehre, bin ich innerhalb eines Tages tot“, hat ein anderer notiert. Immer wieder geht es bei den Betroffenen um das Zusammensein mit den Angehörigen, um die Wichtigkeit des familiären Zusammenhalts. Für viele Geflüchtete ein unerfüllter Traum.

Über die „Praxis der Verhinderung zur Herstellung der Familieneinheit“ spricht Karim Alwasiti vom Flüchtlingsrat Niedersachsen in seinem einleitenden Vortrag: „Es wird alles dafür getan, möglichst wenig Visa erteilen zu müssen.“ Lange Bearbeitungszeiten und hohe bürokratische Hürden seien normal, wenn Geflüchtete Anträge auf Familiennachzug stellten. Nur Asylberechtigte nach Grundgesetz oder nach Genfer Konvention Anerkannte genießen volle Rechte. Der Rechtsanspruch auf Familiennachzug für alle anderen - es handelt sich derzeit um ca. 205.000 „subsidiär geschützte“ Personen - ist seit 2016 ausgesetzt. Die Große Koalition hat sich allerdings darauf verständigt, dass ab August 2018 monatlich bis zu 1000 Angehörige – plus Härtefälle – einreisen dürfen. Alwasiti: „Dieser Gesetzentwurf ist ein Schlag ins Gesicht aller Unterstützer!“

„Niemand in meiner Partei ist mit diesem Kompromiss zum Familiennachzug glücklich“, räumt Yasmin Fahimi (SPD) ein: „Ich will alle hier ermuntern, eine laute Stimme zu sein“. Die prominente hannoversche Bundestagsabgeordnete eröffnet mit starken Worten die von Kai Weber, dem Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Niedersachsen, moderierte Podiumsdiskussion. „Das Maß der Unmenschlichkeit, das wir auf diesem Planeten erleben, ist unerträglich,“ sagt Fahimi. Und zum Thema Asyl: „ Die Stimmung ist dramatisch gekippt!“

„Jetzt haben wir viele Rückschläge. So wird die Integration nicht laufen. Dabei haben wir davon geträumt, in Deutschland eine Perspektive zu haben“, so der Diskussionsbeitrag von Fahad Al-Hutaimi, einem anerkannten Flüchtling aus Syrien: „Wir haben allen Respekt der deutschen Gesellschaft gesehen. Wir reden über Werte und über Humanität. Aber wir haben das nicht geschafft!“

Benedikt Behlert von der Uni Bochum kommentiert den Gesetzentwurf der Großen Koalition zum Familiennachzug als weitere Restriktion in Folge der bereits verabschiedeten „Asylpakete“. Der weitere Verlauf der Diskussion gleitet ins Parteipolitische ab, die ehemalige SPD-Generalsekretärin Fahimi dominiert die Debatte. Sie beschwört „Integration und Zusammenhalt in unserem Land“ und wird aus dem Publikum heraus von einer Linken-Aktivistin polemisch angegriffen. Ein schönes Schlusswort spricht Flüchtling Al-Hutaimi: „Deutschland ist bunt und wir gehören dazu!“

Wolfgang Becker
Hier seine Selbstdarstellung:
07.05.2018
Ich bin deutscher Staatsbürger, aufgewachsen bin ich aber in Australien und Portugal, und habe auch in Schottland und Namibia gelebt. Ich spreche fließend Englisch, Deutsch und Portugiesisch. Da ich das Glück hatte, in verschiedenen Ländern aufzuwachsen und zu studieren, habe ich früh gelernt, mir neue Kulturen und Ideen zu erschließen.

Ich sammele gerade Arbeitserfahrung beim Afrikanischen Dachverband Nord e.V. Ich untersuche Fluchtursachen aus Afrika, mache auf Rassismus und Diskriminierung in Deutschland aufmerksam und übersetze auch.

Migration hat für mich einen wichtigen Stellenwert, sowohl im Studium als auch persönlich, da ich Deutschland sehr jung verlassen habe und nur kurz hier gelebt habe. Ich würde mich in der Zukunft gerne weiterhin beruflich mit dem Thema Migration beschäftigen.
Kontakt:
Timo Liebethal
Praktikant
ADV Nord e.V.
praktikum@adv-nord.org
An der IGS Mühlenberg erklangen vor einem begeisterten Publikum „Zigeunerweisen“ und "Tierstimmen" - das fulminante Abendkonzert im Theater am Aegi fand dagegen kaum Interesse
26.04.2018
Fast 800 SchülerInnen drängten sich am 25. April 2018 zum „Kinderkonzert“ der Roma und Sinti Philharmoniker in der Aula der IGS Mühlenberg – nach dem Umbau heißt sie heute Leonore Goldschmidt Schule. Die vielen Kinder und Jugendlichen kamen mit ihren LehrerInnen aus der IGS und zwei Grundschulen. Die Stimmung war großartig – es gab viel Applaus.


MiSO e. V.
Info- und Erlebnisstand von NeMO am 22. März - ein Bericht von Séverine Jean
16.04.2018
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus fand am 22. März 2018 in der Hannoverschen Innenstadt am Kröpcke ein Informations- und Erlebnisstand statt, welcher vom MISO-Netzwerk und Bundesverband NeMO organisiert wurde. Die Mitgliedsvereine von MISO waren am Stand präsent und informierten über ihre Inhalte und Tätigkeiten.
Ein Bericht vom Kammertheaterfestival MOST 2018 von Lesia Brezitska mit Fotos von Dimitrij Czepurnyi
16.04.2018
Vom 23. bis zum 28. März 2018 fanden im THEATER in der LIST acht einzigartige Aufführungen im Rahmen des VIII. Internationalen Kammertheaterfestivals MOST statt. Die Veranstaltungsreihe wählte die Form einer intensiven Theaterpraxis und kulturellen Austausches sowohl unter den Schauspielern selbst, als auch zwischen ihnen und deren Zuschauern.

29.06.
Tanz- und Musikgruppen von und für Kinder, Mitmachaktionen für alle!
Eine Kooperation mit dem Kulturzentrum Faust e.V.
Präsentiert von: kargah e. V.
von 15:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: frei
kargah e.V
Stärkestrasse 19a
30451 Hannover

Bei schlechtem Wetter findet das Fest in der Warenannahme der Faust (Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover) statt.
04.07.
Spielend Deutsch lernen und zusammen Spaß haben
Präsentiert von: kargah e. V.
17 Uhr
Eintritt: frei
kargah-Café
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover
© Foto: Foto: Emine Akbaba
07.07.
Künstlerische Selbstportraits mit dem Smartphone
Präsentiert von: kargah e. V.
10 Uhr
Eintritt: frei; Anmeldung unter kathrin.apelt@kargah.de
Faust-Atelieretage
Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover
MiSO e. V.
15.08.
(nur für Vorstände und Einladungsgäste)
Präsentiert von: MiSO e. V.
16:30 Uhr
MiSO - Netzwerk Hannover
Mengendamm 12
30177 Hannover
MiSO e. V.
17.08.



Präsentiert von: MiSO e. V.
Anreise: Fr. 17.8.2018 14.00 Uhr Abreise: Sa. 18.8.2018 16.30 Uhr
Eintritt: frei, für MiSO-Mitglieder
Sonnenberg-Kreis e.V.
Clausthaler Str. 11
37444 St. Andreasberg
25.08.
Das interkulturelle Begegnungs- und Bildungscafé tischt auf
Präsentiert von: kargah e. V.
14 - 19 Uhr
Eintritt: frei
Faustwiese und kargah-Haus
Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover
MiSO e. V.
19.09.
(nur für Vorstände und Einladungsgäste)
Präsentiert von: MiSO e. V.
16:30 Uhr
MiSO - Netzwerk Hannover
Mengendamm 12
30177 Hannover

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